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Weihnachten

Die Weihnachtszeit ist heutzutage meist sehr hektisch, geschäftsträchtig und arbeitsreich.
Aber sie ist auch besinnlich und schön.
Heute kehren meine Gedanken oft zurück in die Zeit, als ich noch ein Kind war.
Die Advents - und Weihnachtszeit gehörte immer zu den aufregendsten Wochen im Jahr.
Mit dem Adventskalender begann damals wie heute die spannende Adventszeit. Heute sind die Adventskalender mit Schokolade oder auch kleinen Spielzeugen gefüllt, damals waren nur bunte Bildchen hinter jedem Türchen, was man öffnen durfte, aber dafür glitzerten die Kalender damals oft schon silber.
Am 6. Dezember war auch damals immer der Nikolaustag, oh je.
Schon am frühen morgen hatte ich ein mulmiges Gefühl in der Magengegend. Wusste ich doch genau, das am Abend der Nikolaus kam.Der Nikolaus sieht alles, hat man mir immer erzählt, und wenn man lieb war, vermerkte er das in einem dicken goldenen Buch.Na ja, wenn ich so am frühen Morgen des Nikolaustages an das vergangene Jahr zurückdachte, war ich mir eigentlich immer ziemlich sicher, das in dem schönen goldenen Buch recht wenig über mich vermerkt sein konnte.Dafür wurden in dem hässlichem schwarzen Buch, schon eine Menge Dinge stehen, die ich so übers Jahr angestellt hatte.
Irgendwann am frühen Abend, draußen war es bereits dunkel, und der Wind wehte ums Haus, aber in der guten Stube verbreitet der Ofen knisternd eine angenehme Wärme, versammelte sich die Familie, und harrte der Dinge die da kommen sollten.Sie kamen dann auch.Polternd kam jemand die Treppe herauf, und bollerte laut gegen die Wohnungstür. Für mich war das immer das Zeichen, schleunigst in  die hinterste Ecke des Zimmers, oder wenn möglich unter den Tisch zu flüchten. Ich hatte riesige Angst.Es nutze mir nichts, mich zu verstecken, denn jemand hatte die Tür geöffnet, und laut stapfend trat der Nikolaus in den Raum, und der zitierte mich jedes Mal mit strenger Stimme zu sich, und mit zitternden Knien gehorchte ich auch.Eine kleine Standpauke musste ich mir schon anhören, aber es gab doch sehr viel mehr Dinge, für die ich gelobt wurde.Im stillen hab ich dann immer gedacht, das ich eigentlich viel mehr angestellt hatte, als mir nun angekreidet worden war, was ich natürlich tunlichst für mich behielt, denn man konnte ja nie  wissen.....!Nikolaus griff also in den großen Jutesack, und ich bekam Schokolade und viele andere herrliche Süßigkeiten geschenkt.Dann räusperte ich Nikolaus und sagte mit tiefer Stimme:“ Nun sag mal Kind, welche Spielsachen sind Dir denn kaputt gegangen?“Vorsichtig begann ich aufzuzählen, denn ich fürchtete, das jetzt die große Standpauke kam, weil ich nicht schonender mit meinen Sachen umgegangen bin .Aber Nikolaus sagte: „ Dann bring mir doch die Sachen, und ich will schaun, was ich beim Christkind ausrichten kann“.Also brachte ich ihm zögernd Puppen, ohne Arme, oder Beine, Teddy bei denen schon mal ein Ohr oder ein Glasauge fehlte, Möbel aus meiner Puppenstube.Nikolaus verstaute alles in seinem Sack, und verschwand laut polternd, aber nicht ohne mich vorher ermahnt zu haben, im nächsten Jahr schön brav zu sein. Mir ist vor lauter Aufregung nie aufgefallen, das Opa Ernst nie anwesend war, am dem Abend wenn der Nikolaus kam, und er immer erst erschien wenn alles vorbei war.
In den Wochen vor Weihnachten waren maine Mam und ich immer mit ganz wichtigen Dingen beschäftigt. An den Nachmittagen wurde viel gabastelt und das wichtigste waren die Plätzchen, die wir gebacken haben. Wie sehr habe ich die Weihnachtsbäckerei geliebt damals, vor allem das heimliche Naschen zwischendurch.
Dann kam der heilige Abend, wohl der aufregendste Tag in meinem jungen Leben.
Den ganzen Tag durfte ich nicht in die “gute Stube”, die Tür blieb gnadenlos verschlossen, und niemand ließ sich erweichen, mich auch nur einen Blick ins Zimmer zu werfen zu lassen. In einem Jahr war es mit mir wohl besonders schlimm, denn Mami sagte zu mir, ich soll doch mal mitkommen. Sie ging mit mir tatsächlich Richtung Wohnzimmertür. Aber sie machte die Tür nicht auf, sondern sagte zu mir, ich solle doch mal durchs Schlüsselloch schauen. Ich sah dort etwas, was so aussah wie die Haare von dem Rauschgoldengel, den wir vor kurzem gebastelt hatten. Fragend schaute ich meine Mum an, und sie sagte dort hinter der Tür säße das Christkind und würde zuhören was ich so anstellte, und wenn ich nicht sofort aufhören würde zu quelngeln würde das Christkind sofort gegen. Das saß! Sofort viel mir mein Wunschzettel wieder ein, und was passieren würde, wenn das Christkind jetzt gegen würde. Auf der Stelle war ich still, so schwer es mir ehrlich gesagt auch viel. Um 17 Uhr gingen Mama, Oma und ich in die Kirche, und danach war es endlich  soweit. Ein Glöckchen läütete und die Wohnzimmertür ging endlich auf. Ein wunderschöner Tannenbaum stand dort, seine Kerzen brannten und wir sangen ein Weihnachtslied. Und dann durfte ich meine Geschenke bewundern. Was war das für eine Freude. Alle meine Puppen und  Teddys saßen wieder da. alle repariert und neu eingekleidet, ein Bilderbuch lag auch dabei und etwas neues zum anziehen für mich.
Herrliche unbeschwerte Kindheit.