Minnieur

Die schönsten Weihnachtsgedichte

 

Markt und Straßen

Markt und Straßen steh’ n verlassen,
still erleuchtet jedes Haus,
sinnend geh ich durch die Gassen,
alles sieht so festlich aus.

An den Fenstern haben Frauen
buntes Spielzeug fromm geschmückt,
tausend Kinder steh’n und schauen;
sind so wundervoll beglückt.

Und ich wandre durch die Mauern,
bis hinaus ins freie Feld;
heres Glänzen, heil’ ges Schauern,
wie so weit und still die Welt.

Sterne hoch die Kreise schwingen,
aus  des Schnee’ s Einsamkeit,
steigts wie wunderbares Singen,
oh Du segensreiche Zeit.
 

Von draus vom Walde komm ich her,
ich muß euch sagen, es Weihnachtet sehr;
allüberall an den Tannenspitzen,
seh ich goldene Lichtlein sitzen;
und droben aus dem Himmelstor,
sah mit großen Augen das Chritkind hevor.
Und wie ich so strolcht durch den finsteren Tann,
da riefs mich mit heller Stimme an:
Knecht Ruprecht, rief es, alter Gesell,
hebe die Beine und spute Dich schnell!
Die Kerzen fangen zu brennen an,
das Himmelstor ist aufgetan,
Alte und Junge sollen nun
von der Jagd des Lebens einmal ausruhn:
und morgen flieg ich hinab zur Erden,
denn morgen soll wieder Weihnachten werden!
So geh dann rasch von Haus zu Haus,
such mir die guten Kinder aus.
damit ich ihrer mag gedenken;
mit schönen Sachen sie mag beschenken.
Ich sprach: O lieber Herre Christ,
meine Reise fast zu Ende ist.
Ich soll nur noch in diese Stadt,
wo’ s eitel gute Kinder hat.
Hast denn das Säckchen auch bei Dir?
Ich sprach: Das Säcklein, das ist hier,
denn Äpfel, Nuss und Mandelkern
essen fromme Kinder gern.
Hast Du die Rute auch bei Dir?
Ich sprach: Die Rute, die ist hier.
Doch für die Kinder nur, die schlechten,
sie trifft auf den Teil, den rechten.
Christkindlein sprach: So ist es recht;
so geh mit Gott, mein treuer Knecht.
Von draus vom Walde komm ich her.
Ich muß euch sagen, es weihnachtet sehr.
Nun sprecht, wie ich’ s herinnen find?
Sind’ s gute Kind? Sind’ s böse Kind?
 

Der Bratapfel

Kinder, kommt und ratet,
was hier im Ofen bratet.
Hört wie’ s knallt und zischt.
Bald wird er aufgetischt,
der Zipfel, der Zapfel, der Kipfel,
der Kapfel, der gelbrote Bratapfel.

Kinder lauft schneller,
holt einen Teller,
holt eine Gabel!
Sperrt auf den Schnabel,
für den Zipfel, den Zapfel, den Krapfel,
den gelbbraunen Bratapfel.

Sie pusten und prusten,
sie gucken und schlucken,
sie schnalzen uns schlecken,
den Zipfel, den Zapfel, den Kipfel,
den Krapfel, den goldgelben Bratapfel.

Vom Christkind

Denkt Euch, ich habe das Christkind geseh’ n!
Es kam aus dem Walde, das Mützchen voll Schnee,
mit rotgefrorenem Näschen.
Die kleinen Hände taten ihm weh,
denn es trug einen Sack, der war gar schwer,
schleppten und polterte hinter ihm her.
Was drin war möchtet ihr wissen?
IhrNaseweise, ihr Schleimenoack,
denkt ihr er wäre offen, der Sack?
Zugebunden bis oben hin!
Doch war gewiss etwas schönes drin!
Es roch nach Äpfeln und Nüssen!

Christkindchen

Christkindchen, komm in unser Haus
leere deine Tasche aus,
stell den Schimmeln unter den Tisch,
das er Heu und Hafer frißt.
Heu und Hafer frißt er nicht?
Zuckerbrezel kriegt er Nicht!