Minnieur
 

AIDS

1982 machte sie die ersten Schlagzeilen: AIDS, eine erworbene Störung des Abwehrsystems, schockte die Bevölkerung in den USA - und bald auch in Europa. AIDS steht für “Aquired Immune Deficiency Syndrom”. Inzwischen weiß man, daß dem geheimnisvollen Defekt des Immunsystems eine Störung der Lymphozyten, der Lenker des Abwehrsystems, zugrunde liegt, und zwar der großen “Killerzellen” (T-Lymphozyten). So bedroht jede Infektion das Leben des Erkrankten: nur 20 % der AIDS - Patienten überleben den Ausbruch der Krankheit um mehr als drei Jahre.

AIDS, es handelt sich dabei um das letzte Stadium einer chronischen Infektion mit dem humanen (menschlichen) Immundefekt - Virus (HIV), die zur Immunschwäche mit häufigen Infektionskrankheiten und Tumoren führt. Bis zum Ausbruch von AIDS können Jahre bis Jahrzehnte vergehen; 50 % der Infizierten sind 10 Jahre nach der Infektionim AIDS - Stadium. Es kommt zu lebensbedrohlichen Erkrankungen, die nach wenigen Jahrenzum Tode führen. Das HI - Virus sucht sich bestimmte bwehrzellen des menschlichen Körpers als Wirtszellen aus, die es befällt. Das Virus “programmiert den Zellkern dieser Zelle so um, daß sie nur noch neue Viren produzieren, bis die befallenen Abwehrzellen schließlich absterben. Die neugebildeten Viren suchen sich dann neue Abwehrzellen als “Opfer”. Dadurch wird nach und Nach das Immunsystem des geschwächt und eindringende Krankheitserreger oder neu entstandene Krebszellen haben leichtes Spiel. Es kommt zu einem Zusammenbrechen der Immunabwehr. Eine Reihe von Krankheitserregern (man spricht von opportunistischen Erregern), die bei gesunden Menschen relativ ungefährlich sind, und bestimmte Krebsarten können sich im virusgeschwächten Organismus ungestört ausbreiten, und zum Tode führen (siehe unten). Das Virus wird in verschiedenen Körperflüssigkeiten in unterschiedlichen Konzentrationen gefunden. Als hoch infektiös gilt Sperma, gefolgt von Blut. Scheidenflüssigkeit und Urin enthalten geringere Viruskonzentrationen, Speichel ist nur gering infektiös. Um eine HIV-Infektion auszulösen, müssen virushaltige Flüssigkeiten in die Blutbahn eindringen können. Dabei genügen unter Umständen auch kleine Wunden. Ein bloßer Kontakt von virushaltigem Material mit gesunder, intakter Haut oder Schleimhaut reicht für eine HIV-Infektion  nicht aus. Ausserhalb des Körpers kann das HIV-Virus nicht lange überleben. Nach erfolgter Ansteckung mit dem Virus und einer Inkubationszeit von einer bis drei Wochen kann bei einigen Patienten eine akute, grippeähnliche Erkrankung auftreten. Diese unspezifischen Krankheitssymptome (Fieber, Hautausschlag, Lympfknotenschwellung, Halsschmerzen, Muskel - und Gel4enkschmerzen, Erbrechen, Durchfall, Kopfschmerzen, u.a.) lassen jedoch keinen direkten Schluß auf eine HIV-Infektion zu. Darauf folgt ein monate - bis jahrelanges Stadium, in dem zwar Viren und Antikörper gegen HIV im Blut nachweisbar sind, der infizierte sich jedoch gesund fühlt. In dieser Phase kann er die Krankheit aber bereits unwissentlich an andere Personen weitergeben. Erste Anzeichen, die zeigen, das die Krankheit fortschreitet, können vermehrte Pilzinfektionen, Durchfälle, geschwollene Lympfknoten, Fieber oder Gewichtsverlust sein. Das letzte Stadium der Infektion entspricht der Krakheit AIDS. Dabei können unter anderem folgende Krankheiten auftreten, die teilweise von opportunistischen Erregern verursacht werden: Erkrankungen des Nervensystems z.B.Menigetis (Hirnhautentzündung), Schwäche, körperliche und geistige Ausfälle, Infektionen mit Toxoplasmose-Erregern, schwere Formen der Lungenentzündung mit sehr schwer zu behandelnden Keimen (z.B. Pneumocystis), ausgedehnter  Pilzbefall von Schleimhäute, z.B. Speiseröhre oder Luftröhre, Virus-Infektionen (z.B. mit Herpes-Viren oder Cytomegalievirus), Tuberkolose, Durchfallerkrankungen, bestimmte Krebsformen (z.B. Karposi-Sarkom), starker Gewichtsverlust.

Die Übertragung von HIV erfolgt über:

ungeschützten Sexualverkehr, bei dem es zu direktem Kontakt mit infizierten Körperflüssigkeiten (Samenflüssigkeit, Scheidenflüssigkeit oder Blut) kommt. Dabei erleichtern auch Geschlechtskrankheiten oder andere Entzündungen an Haut und Schleimhaut der Geschlechtsorgane das Eindringen des Virus. den Austausch von Spritzenmaterial unter Drogenabhängigen.
von einer infizierten Mutter auf ihr Kind während der Schwangerschaft, bei der Geburt oder selten über die Muttermilch. durch infizierte Blutkonserven und Blutprodukte (dies stellt in den Industrieländern jedoch heute keine Gefahr mehr dar). Infektionen durch infiziertes Spendergewebe oder durch Sperma aus Samenbanken sind eher unwahrscheinlich. HIV wird nicht übertragen:
durch Insektenstiche
durch den alltäglichen Kontakt mit infizierten Personen in Familie und Beruf wie z.B. Anhusten, Berühren, Umarmen oder über die Benutzung gleicher Gläser oder Eßbesteck, Türklinken, Telefone, Handtücher, Toiletten oder Friseurscheren. in Sauna oder Schwimmbad
Was Sie tun können, um einer HIV - Infektion vorzubeugen
Wichtigste Schutzmaßnahme ist die Verwendung von Kondomen beim Geschlechtsverkehr. Dies gilt in besonderem Maße bei riskanten Sexualpraktiken (z.B. Analverkehr), bei Risikogruppen und bei häufig wechselnden Sexualpartnern. Ein hundertprozentiger Schutz ist aber auch dann nicht gegeben, z.B. im Fall eines undichten Kondoms. Drogenabhängige sollten über die Infektionsgefahr beim gemeinsamen Benutzen von Spritzen und Nadeln informiert sein. Medizinisches Personal und Personen, die Erste Hilfe leisten, sollen bei allen Tätigkeiten, die sie mit infektiösen Körperflüssigkeiten in Berührung bringen können, Handschuhe tragen. Was Sie tun können, wenn Sie HIV - infiziert sind

Ein positives Testergebnis sollte durch mindestens einen weiteren Test bestätigt werden.
Lassen Sie sich ausführlich vom Arzt beraten und regelmäßig untersuchen.
Versuchen Sie gesund zu leben und alles, was den Körper zusätzlich schwächt, zu meiden (übermäßiger Alkoholkonsum, Nikotin, einseitige Ernährung etc.). Meiden Sie Orte und Verhaltensweisen mit hoher Infektionsgefahr. Auch Reisen in tropische Länder mit erhöhtem Krankheitsrisiko sollten vermieden werden. HIV-positiven Frauen sollte von einer Schwangerschaft abgeraten werden, da das Risiko einer Übertragung auf das Kind 15 - 30 % beträgt. Vermeiden Sie alles, was zu einer Ansteckung weiterer Personen führen könnte.
Was Ihr Arzt tun kann
Der Arzt kann zunächst einen HIV-Test durchführen. Ein Spezialtest kann Virusbestandteile im Blut schon wenige Tage nach der Infektion nachweisen. Antikörper im Blut werden je nach Test 2-3 Wochen oder 1-2 Monate nach der Infektion erfasst. Es ist also wichtig zu wissen, zu welchem Zeitpunkt welche Art von Test durchgeführt wurde. Ein negatives Testergebnis 3-6 Monate nach vermuteter Ansteckung gilt als sicher. Bei positivem Testergebnis ist es wichtig, daß der Arzt Sie eingehend berät oder an einen anderen Arzt oder eine Beratungsstelle überweist, die diese Aufgabe übernehmen können. In einer ausführlichen Untersuchung kann der Arzt feststellen, wie weit die Erkrankung fortgeschritten ist und wann der richtige Zeitpunkt für das Einsetzen einer Therapie ist. Ein wichtiger Hinweis hierbei ist die Bestimmung einer Art von Abwehrzellen im Blut, den sogenannten T4-Helferzellen oder CD4-Zellen, deren Anzahl mit fortschreitender Erkrankung immer weiter absinkt. Mit den modernen Medikamenten kann der Ausbruch des AIDS-Stadiums deutlich hinauszögert und eine erhebliche Lebensverlängerung erreicht werden. Außerdem sollte eine Therapie darauf hinzielen, die Lebensqualität der Patienten zu erhalten. Ob AIDS mit den heute zur Verfügung stehenden Medikamenten heilbar ist, ist ungewiß. Zur Therapie wurden Medikamente entwickelt, die die Vermehrung der HI-Viren hemmen und die befallenen Zellen vor dem Absterben schützen. Als Standardtherapie kommt heute meist eine Dreierkombination an Medikamenten zum Einsatz, wobei sich die Patienten an ein strenges Einnahmeschema halten müssen. Bei einigen Patienten treten erhebliche Nebenwirkungen auf. Neben der Therapie gegen das Virus selbst sind vorbeugende Maßnahmen gegen opportunistische Erreger (s.o.) extrem wichtig. In besonderen Ausnahmefällen kann nach Kontakt mit HI-Viren (z.B. Nadelstichverletzung mit infiziertem Blut) durch die sofortige Einleitung einer Therapie eine Übertragung des Virus vermieden werden. Aufgrund der starken Nebenwirkungen einer solchen Therapie handelt es sich jedoch um eine Notfallmaßnahme.

 

Dieser Beitrag wurde mir freundlicher Weise von
Claudia zur Verfügung gestellt, meinen allerherzlichsten Dank.

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