Minnieur
 

Weltbilder

Die Welt ist eine Scheibe

Anaximander (611 - 547 v.Chr.) glaubte, das die Erde eine flache Scheibe sei, die von mehreren rotierenden Ringen umkreist wurde. Sonne, Mond und Planeten waren nur durch Spalten in diesen Ringen zu sehen. Nach ihm nahmen griechische Philosophen zwar an, das die Erde eine Kugel ist, aber sie waren sicher, daß sie keine tägliche Umdrehung machte, da sonst alles von ihrer Oberfläche fortschleudern würde.

Anaxgoras (488 - 428 v.Chr.) erkannte, das der Mond das Licht der Sonne reflektierte. Sein  Zeitgenosse Philolaus glaubte, das die Erde ein Planet ist, der mit einer einzigen Eigendrehung um ein Zentralfeuer kreist, das immer verborgen bleibt.

Aristarchus (310 - 230 v.Chr.) machte eine bemerkenswerte Ausnahme. Er schlug vor, die Sonne in den Mittelpunkt aller Dinge anzusehen, der von den Planeten, einschließlich der Erde mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten und in verschiedenen Abständen umkreist wird. Offensichtlich war jedoch niemand von Bedeutung bereit, eine solch ortodoxe Position ernst zu nehmen.

Geozentrisches Weltbild

Schon 340 v.Chr. brachte der griechische Philosoph Aristoteles in seiner Schrift “vom Himmel” seine Überzeugung vor, das die Erde keine flache Scheibe sondern kugelförmig sei. Aristoteles glaubte, Sonne, Mond , Planeten und Sterne bewegten sich in kreisförmigen Umlaufbahnen um die Erde, während diese in einem unbewegten Zustand verharre. Eine Auffassung, der seine mystische Überzeugung zugrunde lag, die Erde sei der Mittelpunkt des Universums.
Diese Vorstellung gestaltete Claudius Ptolemäus im 2. Jahrhundert n.Chr. zu einem vollständigen kosmologischen Modell aus. Unter dem Titel “Almagest” gingsein Handbuch der mathematischen Astronomie in die Weltgeschichte ein. Das wichtigste aus dem Almagest: Die Erde stand im Mittelpunkt. Ptolemäus vertrat das geozentrische Weltbild.
 

Heliozentrisches Weltbild

Nikolaus Kopernikus wurde 1473 im heutigen Polen geboren und starb 1543 als Domherr in Frauenberg. Besonders an astronomischen Fragen interessiert, beobachtete er sorgfältig die Planeten und berechnete ihreBewegungen, bis er für letztere einfachere und neuartige erklärungen gefunden hatte. Er ging davon aus, das sich die Erde genau wie die Planeten um die Sonne drehte, mit Ausnahme des Mondes, den alle Theorien die Erde umrunden liessen. Das war die heliozentische Auffassung (nach griechi. helius = Sonne und lat. centrum = Mitte). Gleichwohl glaubte auch Kopernikus, das alle Himmelskörper vollkommene Kreisbahnen beschrieben. Das Werk mit seinen Gedankengängen erschien erst sehr spät, kurz vor seinem Tod. Wahrscheinlich war Kopernikus um die Reaktionen der kirchlichen Autoritäten seiner Zeit auf die neue Lehre besorgt, denn noch galt ja unumstößlich, das die Erde  stillstehe. In diesem Buch , es trägt den Titel “De Revolutionibus Orbium Coelestium” (Die Umläufe der Himmelskörper) beschreibt er ein Universum mit der Sonne im Centrum um die sich in folgender Reihenfolge Merkus, Venus, Erde, Mars, Jupiter und Saturn bewegen. Jenseits davon befindet sich die Fixsternsphäre.
Galileo Gallilei (1564 - 1642 n.Chr.)studierte zuerst einige Jahre Medizin, bevor er sich für das Studium Mathematik und Naturwissenschaft entschied. 1609 konstruierte er ein Fernrohr. Er entdeckte die Jupitermonde, die Saturnringe, die Mondgebirge und die Sonnenflecken. Die Entdeckungen, die er mit seinem Teufelsinstrument machte, banden ihn entgültig an die Lehre des Kopernikus., die er etwas vereinfacht übernahm. Sein Eintreten für diese Lehren brachten ihn in Konflikt mit der Inquisation. Er wurde nach Rom zitiert, verhört und verhaftet. Er wiederrief seine Lehre und schwor ihr ab. 1633 gestattetihm der Papst, sich auf sein Landgut Acretri zurückzuziehen. Hier schuf er sein eigentliches Haupwerk
erschien erst, achdem es nach Holland geschnuggellt worden war, und er selbst in Lieden und Amsterdam keinen Verleger fand.

Modernes Weltbild

Von den geozentrischen Kosmologien des Ptolemäus und seiner Vorläufer sind wir über die heliozentrische Kosmologie von Kopernikus und Galilei zum modernen Weltbild gelangt, in dem die Erde nur ein mittelgroßer Planet eines durchschnitlichen Sternes ist, und wiederum unsere Sonne nur einer von hundert Millionen ähnlicher Sterne in einer riesigen, diskusähnlichen rotierenden Spiralgalaxie, der Milchstraße, die sich als dünner Streifen über den Nachthimmel zieht, ist.